Die DFL setzt sich seit vielen Jahren für die Prävention von Spielmanipulation und Spielsucht im deutschen Profifußball ein, informiert vorbeugend über die Gefahren und entwickelt konkrete Maßnahmen zu ihrer Verhinderung.

Im Jahr 2012 haben DFL und DFB mit dem Start des Projekts „Gemeinsam gegen Spielmanipulation – Spiel kein falsches Spiel“ ihre Präventionsmaßnahmen gebündelt. Im Rahmen des Projektes werden Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer, Verantwortliche sowie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter auf die Hintergründe, Mechanismen und Konsequenzen von Spiel- und Wettmanipulationen hingewiesen sowie über die Gefahren von Spielsucht aufgeklärt.

Die unter dem Titel „Gemeinsam gegen Spielmanipulation“ gebündelten Maßnahmen des organisierten Fußballs in Deutschland basieren auf vier Säulen:

  • Regeln und Vorschriften

    DFL und DFB haben Vorschriften in ihre Regelwerke (z.B. DFB-Rechts- und Verfahrensordnung), in Muster-Arbeitsverträge für Lizenz- und Vertragsspielerinnen und -spieler sowie in Förderverträge für Nachwuchsspielerinnen und -spieler aufgenommen. Diese bilden eine regulatorische Grundlage für die Bekämpfung von Spielmanipulation.

    Gemäß DFL-Lizenzierungsordnung sind alle 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga verpflichtet, für die Lizenzmannschaften jährlich die Durchführung von geeigneten Präventionsmaßnahmen gegen Spielmanipulation nachzuweisen. Im Bereich der Leistungszentren ist dies für die Spieler der U16 bis U23 ebenfalls verpflichtend.

    Weiterhin verpflichten sich die Spieler beispielsweise, unverzüglich und unaufgefordert mitzuteilen, wenn ihnen von dritter Seite die Manipulation eines Spiels ihres oder eines anderen Clubs gegen Geldversprechen oder Geldzahlung oder sonstige Vorteile angeboten wird.

  • Schulungs- und Informationsprogramm

    Zur nachweislichen Durchführung der Präventionsmaßnahmen gehört die Teilnahme an einem Schulungsprogramm, welches für die Lizenzmannschaften grundsätzlich als Präsenz-Workshop durchgeführt wird. Infolge des Ausbruchs der Corona-Pandemie hat die DFL ein digitales Angebot zur Verfügung gestellt: So finden seit der Saison 2020/21 die Schulungen im Sinne des Infektionsschutzes als Webinar statt. Das Webinar vermittelt unter anderem wesentliche Informationen und Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung von Spielmanipulation und Spielsucht, erläutert die Meldepflicht bei Verdachtsmomenten, weist auf Suchtgefahren hin und nennt Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.

    Als ergänzende Schulungsmaßnahme wurde ein E-Learning-Tutorial für die Lizenzmannschaften und Leistungszentren entwickelt, das seit 2018 zur Verfügung steht.

    Neben der Prävention von Spielmanipulation ist auch die Aufklärung der schulungsverpflichteten Personen über die Entstehung und Konsequenzen von Spielsucht Bestandteil des Schulungs- und Informationsprogramms.

    Informationen zur Verhinderung von Spielmanipulation und Spielsucht sind zudem über die Projektwebseite „Gemeinsam gegen Spielmanipulation – Spiel kein falsches Spiel“ sowie über die „DFL Integrity App“ erhältlich. Über die App können auch Meldungen über Unregelmäßigkeiten und Verdachtsmomente direkt an den Ombudsmann übermittelt werden.

    Detaillierte Auskünfte zum Umgang mit den Gefahren von Spielsucht finden sich auch unter www.bzga.de/ bzw. www.check-dein-spiel.de/.

  • Die Ombudsperson

    Rechtsanwalt Dr. Carsten Thiel von Herff ist seit 2011 als gemeinsame Ombudsperson von DFL und DFB Ansprechpartner für Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer, Clubmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter und seit der Spielzeit 2020/21 auch für Spielerinnen und Spieler der Virtual Bundesliga Club Championship. Er nimmt vertrauliche Hinweise auf mögliche Spielmanipulationen oder andere Unregelmäßigkeiten entgegen.

  • Überwachung

    Ein weiterer Bestandteil der Präventionsmaßnahmen ist die Sicherstellung einer flächendeckenden, systematischen und kontinuierlichen Überwachung des weltweiten Wettmarkts zur Entdeckung, Dokumentation und Nachverfolgung von möglichen sportwettbezogenen Manipulationen.

Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene

Die Initiierung des Projektes „Gemeinsam gegen Spielmanipulation – Spiel kein falsches Spiel“ von DFL und DFB wurde auf nationaler Ebene von Transparency International Deutschland e.V. und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt. Zu den Inhalten der Maßnahmen zur Prävention von Spielmanipulation tauscht sich die DFL unter anderem mit Experten aus Wissenschaft und Forschung aus.

Präventionsmaßnahmen gibt es auch von FIFA und UEFA, beim europäischen Kontinentalverband existiert seit 2010 etwa ein Netzwerk von Integrationsbeauftragten in den Mitgliedsländern.

Berücksichtigung der VBL Club Championship ab Saison 2020/21

Um die Integrität des Wettbewerbs der Virtual Bundesliga Club Championship by bevsestor (VBL CC) weiter zu stärken und die teilnehmenden Spielerinnen und Spieler sowie Clubs aufzuklären, hat die DFL ihr Engagement gegen Spielmanipulation sowie die Präventionsmaßnahmen gegen Spielsucht ab der Spielzeit 2020/21 auch auf die VBL CC ausgeweitet. Als erste Maßnahmen wurden ein Schulungsprogramm für die Spielerinnen und Spieler der VBL CC entwickelt sowie umfangreiche Regeln und Vorschriften in die Turnierordnung der VBL CC aufgenommen. Darüber hinaus wurde die Ombudsperson als Ansprechperson auch für Spielerinnen und Spieler der VBL CC etabliert.


Auf der Projektseite „Gemeinsam gegen Spielmanipulation“ finden sich weitere Informationen zum Thema, Kontaktdaten von Ansprechpersonen sowie die Möglichkeit, einen Verdachtsfall direkt zu melden:

– Deutsche Projektseite: www.gemeinsam-gegen-spielmanipulation.de
– Englische Projektseite: www.together-against-match-fixing.com


Hilfe, Aufklärung, Ansprechpersonen sowie weitere Informationen zum Umgang mit Spielsucht bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter  www.bzga.de/ bzw. www.check-dein-spiel.de/.

Des Weiteren kann die BZgA rund um die Uhr über die kostenlose und anonyme Beratungshotline erreicht werden:
0800 – 1 37 27 00.