Robotic Camera: Dank Tracking-Daten den Profis immer auf den Fersen

18.11.2020 – Die DFL setzt in der Bundesliga seit dem 5. Spieltag der Saison 2020/21 ein neues, automatisiertes Remote-Kamerasystem ein: die Robotic Camera. Sie fokussiert einen bestimmten Spieler von Kopf bis Fuß und verfolgt ihn mit Hilfe von Tracking-Daten völlig automatisiert auf Schritt und Tritt über die gesamte Dauer einer Partie.

Ein offensives Dribbling, ein Tackling, ein Torschuss, vielleicht ein entscheidendes Laufduell: Ab sofort dokumentiert die neue Robotic Camera einen einzelnen Spieler während der gesamten Dauer eines Spiels und stellt die Bilder live zur Verfügung.

Die neue Kamera ermöglicht es, ohne zusätzlichen personellen Aufwand für Medienpartner individualisierten und – insbesondere mit Blick auf internationale Märkte – lokalisierten Content zu erstellen. Diesen können die Sender ihren Zuschauern in Vor- und Nachberichterstattung sowie auf digitalen Kanälen zur Verfügung stellen.

Zwei Kameraeinstellungen sind wählbar: „Semi Close“ – diese Perspektive zeigt in einem größeren Radius auch das nähere Umfeld des porträtierten Akteurs. Und „Close“ – das Kameraobjektiv fokussiert den Spieler dabei sehr nah vom Scheitel bis zu den Fersen und setzt ihn damit permanent bildfüllend in Szene. Im weiteren Verlauf der aktuellen Testphase sollen zudem noch weitere Kameraeinstellungen und -positionen getestet werden.

Die Robotic-Camera-Bilder werden für die nationalen und internationalen Lizenzpartner der DFL live per Stream distribuiert und sind variabel als zusätzlicher Videofeed, als Clips oder zur Spielanalyse einsetzbar. Ebenso sind zusätzliche Einstellungen beim Aufwärmen der Spieler oder exklusives Material für Trailerproduktionen möglich. Beim „Klassiker“, der Bundesliga-Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München, lag der Fokus der Kamera wechselnd auf den internationalen Topstürmern Robert Lewandowski (Polen) und Erling Haaland (Norwegen), aber auch auf weiteren nationalen und internationalen Stars wie Serge Gnabry und Joshua Kimmich, Gio Reyna (USA), Kingsley Coman (Frankreich) sowie Jadon Sancho (England). 

Die Robotic Camera kann an beliebigen Positionen im Stadion installiert werden. Das eröffnet viele neue Möglichkeiten für faszinierende Perspektiven, die auch fernsteuerbar sind. Das Testsystem nutzt einen Robotik-Kamerasockel auf einem Stativ mit einer Grass Valley LDX C86n 4k und einem Fujinon HA18x5.5 und ist mittig auf der Tribüne angebracht.  Mit der Software „Polymotion PLAYER“ von Nikon/MRMC (Mark Roberts Motion Control) wird die Kamera mit Hilfe von Tracking-Daten vollautomatisch im Stadion gesteuert und folgt so dem ausgewählten Spieler. Die Tracking-Daten stammen von dem auf Sportanalyse, Live-Tracking und Datenvisualisierung spezialisierten Unternehmen ChyronHego. Die Bedienung von „PLAYER“ kann im Stadion erfolgen, aber auch von London aus durch Nikon/MRMC durchgeführt werden.

Ein erster Testlauf der neuen Robotic Camera unter Realbedingungen ist am 5. Spieltag beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 gelungen und wurde von Viaplay in Skandinavien in deren Bundesliga-Sendung eingesetzt. Der frühere Bundesliga-Stürmer Jan Åge Fjørtoft analysierte als TV-Experte anhand der Bilder der Spezialkamera bei diesem Spiel unter anderem die Leistung von Erling Haaland.

Die Robotic Camera ist der jüngste Neuzugang im Kameraportfolio des Basissignals. Unsere nationalen Medienpartner verfügen damit über eine zusätzliche Auswahl attraktiver und relevanter Kameraperspektiven für sowohl die Live-Übertragung als auch und insbesondere für Analysen in ihren linearen und digitalen Angeboten. In Verbindung mit den neuesten Datengrafiken der Bundesliga Match Facts heben wir mithilfe der Bilder der Robotic Camera zusätzliches Potential für spannende Use Cases rund um die Bundesliga-Berichterstattung.

Marcus Beisiegel, Leiter Audiovisuelle Rechte National bei der DFL GmbH