Austausch im Zeichen der Inklusion

11.01.2018 - In fast allen Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga können blinde und sehbehinderte Fans die Spiele dank spezieller Reportagen hautnah miterleben. Damit die hohe Qualität des Angebots gehalten und punktuell noch verbessert werden kann, lädt die DFL Deutsche Fußball Liga jährlich zum „Expertenforum Sehbehinderten- und Blindenreportage“. Am vergangenen Wochenende kamen – diesmal in der Sportschule des Landessportbundes Hessen in Frankfurt am Main – etwa 100 Sehbehindertenreporter, Behindertenfanbeauftragte und Nutzer des Angebots zusammen.

Bereits zum neunten Mal fand das jährliche Treffen des Netzwerks unter Federführung der DFL statt. Auch dank dieses Engagements konnte die Qualität der Reportagen in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Das bekräftigten die langjährigen Nutzer auch während des zweitägigen Seminars. Als Partner waren auch die seit November 2017 bestehende Beratungsstelle Inklusion im Fußball (BIF) der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft (BBAG), „Aktion Mensch“ sowie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor Ort. Ab 1. März 2018 nimmt bei der AWO das Zentrum für Sehbehinderten- und Blindenreportage in Sport und Gesellschaft (T_OHR) die Arbeit auf. Gefördert wird das Projekt von der DFL Stiftung und „Aktion Mensch“.

In einem Grundlagenworkshop wurden die Basics einer Reportage vermittelt. Zudem wurde unter anderem an einer möglichst genauen Verortung des Spielgeschehens sowie einer plastischen Schilderung von Zweikämpfen gearbeitet. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, in einem Sprachlabor als Reporter einzelne Spielszenen zu schildern und mit den Kollegen und Nutzern zu besprechen. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner schärfte zudem mit einem Vortrag das Verständnis der Reporter für die Abläufe beim Einsatz des Video-Assistenten.