Bundesliga ab Sommer offiziell mit Video-Assistent – 2. Bundesliga mit Offline-Testphase

22.03.2018 - Ab der kommenden Saison 2018/19 wird bei allen Bundesliga-Spielen offiziell der Video-Assistent zum Einsatz kommen. Diesen Beschluss fassten die Bundesliga-Clubs bei einer Enthaltung bei der heutigen Mitgliederversammlung des DFL e.V. in Frankfurt am Main. Die Kosten werden künftig anteilig von den 18 Clubs getragen.

Mit dem Ende der laufenden Saison 2017/18 wird zuvor eine zweijährige Testphase in der Bundesliga abgeschlossen sein. Nach Offline-Tests in der Spielzeit 2016/17, also noch ohne Auswirkungen auf das Spielgeschehen, wurde der Video-Assistent in der Bundesliga zur Saison 2017/18 online eingeführt.

Hauptgrund für die Einführung des Video-Assistenten war der Wunsch nach zusätzlicher sportlicher Gerechtigkeit. So konnten in der laufenden Saison bis einschließlich des 26. Spieltages bei 68 Interventionen des Video-Assistenten 49 klare Fehlentscheidungen vermieden werden.

Grundlage für die Weiterführung in der Bundesliga ist der einstimmige Beschluss des International Football Association Board (IFAB) vom 3. März 2018, den Einsatz von Video-Assistenten offiziell in das weltweit gültige Fußball-Regelwerk aufzunehmen. Die Umsetzung bleibt jedem nationalen Verband und den zugehörigen Ligen individuell überlassen.

Die Möglichkeit zur Nutzung einer virtuellen Abseitslinie ab der Saison 2018/19 wird angestrebt. Voraussetzung ist, dass es bis zum Beginn der Spielzeit ein Zulassungsverfahren für Anbieter einer validen Lösung durch FIFA/IFAB gibt. Aufgrund der fehlenden Zertifizierung war in der Bundesliga darauf bislang verzichtet worden.

Mit Blick auf die Zuschauer wird geprüft, inwieweit Entscheidungen in den Stadien besser kommuniziert werden können – etwa durch textliche Erklärungen oder Bewegtbilder auf den Videowänden oder mithilfe von Durchsagen aus den Reihen des Schiedsrichterteams.

Für die 2. Bundesliga beschlossen die anwesenden Clubs bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung mehrheitlich ab der kommenden Saison 2018/19 eine Offline-Phase für den Video-Assistenten – analog zur Bundesliga 2016/17. Eine offizielle Einführung schon ab Sommer ist insbesondere auf Basis der gesammelten Erfahrungen hinsichtlich einer erforderlichen Schulungsqualität für Schiedsrichter mit dieser kurzen Vorlaufzeit nicht zu gewährleisten. In der einjährigen Konzept-Phase soll vielmehr mit der Ausbildung weiterer Video-Assistenten u.a. aus dem Pool der Schiedsrichter aus der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga begonnen werden. Die Technikkosten trägt wie in der Testphase der Bundesliga der DFL e.V. Über die offizielle Einführung von Video-Assistenten bei allen Spielen der 2. Bundesliga ab der Saison 2019/20 werden die 18 Clubs in einem gesonderten Beschluss abschließend entscheiden.