DFL Deutsche Fussball Liga

Vereinbarungen mit Medienpartnern ermöglichen schrittweise Liquiditätssicherung in Abhängigkeit zum Saisonverlauf bis 30. Juni

• Bundesliga und 2. Bundesliga für Saison-Fortsetzung im Mai vorbereitet – Entscheidung über Wiederbeginn liegt bei den zuständigen Verantwortungsträgern in der Politik

• Verbindliches Medizin-Konzept sowie Leitfaden zur Stadion-Organisation vorgelegt – DFL stellt Corona-Tests für den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Wert von 500.000 Euro zur Verfügung 

• Solidaritätsaktion: 7,5 Millionen Euro für 3. Liga und Frauen-Bundesliga

23.04.2020 – Nach intensiven Gesprächen in den zurückliegenden Wochen hat die DFL Deutsche Fußball Liga mit nahezu allen nationalen Medienpartnern Vereinbarungen hinsichtlich der zu erwartenden Zahlungen geschlossen. Auf diese Weise wird es der DFL ermöglicht, sämtlichen Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga schrittweise und in Abhängigkeit vom weiteren Saisonverlauf Liquidität bis zum geplanten Saisonende am 30. Juni zur Verfügung zu stellen.

Über die Einigungen informierte die DFL heute im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Klar ist aber auch: Sollte die Saison nicht wieder starten können oder abgebrochen werden, greifen gewisse Mechanismen zur Rückführung der Zahlungen. Dies könnte erneut zu wirtschaftlichen Engpässen führen.

Mit Blick auf den Spielbetrieb sind die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga vorbereitet, die aktuelle Saison im Mai ohne Stadion-Zuschauer fortzusetzen. Bislang hatte die Mitgliederversammlung die Spielzeit bis zum 30. April ausgesetzt. Die Entscheidung über den Wiederbeginn liegt selbstverständlich bei den zuständigen Verantwortungsträgern in der Politik.

Um bestmögliche medizinische Rahmenbedingungen zu gewährleisten, wurde in der Mitgliederversammlung zudem ein verbindliches Konzept vorgelegt, das unterhalb dieser Meldung zum Download zur Verfügung steht. Die von der „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ unter Leitung von Prof. Dr. Tim Meyer erarbeiteten verbindlichen Vorgaben sehen unter anderem strenge Hygiene-Vorgaben, engmaschige Testungen sowie permanentes Monitoring vor. In diesem Zusammenhang wurde mit fünf Labor-Verbünden eine Kooperationsvereinbarung zur fachärztlichen Unterstützung abgeschlossen. Alle fünf Labore sind Mitglieder des Verbandes „Akkreditierte Labore in der Medizin“ (ALM e.V.). Dabei handelt es sich um die Unternehmen Sonic Healthcare, LADR, Labor Berlin, Synlab und Dr. Wisplinghoff. Diese werden durch eine bundesweite Abdeckung fachärztlicher Labore eine Umsetzung des Konzeptes unterstützen. Weiterhin wird mit Sonic Healthcare ein Vertrag zur flächendeckenden Antikörper-Testung der Spieler in Form einer klinischen Studie abgeschlossen.

Alle Labore haben schriftlich versichert, dass die derzeitigen Kapazitäten ausreichend sind und dass durch Covid-19-Tests von Spielern der Bundesliga und 2. Bundesliga keine Einschränkungen oder Limitierungen der Testkapazitäten auftreten. Laut Lagebericht des Robert-Koch-Instituts vom 22. April liegt das Volumen der Testkapazitäten aktuell bei 818.000 pro Woche, auf Basis von Wochenarbeitstagen. Der Profi-Fußball würde davon nicht einmal 0,4 Prozent belegen. Es ist außerdem davon auszugehen, dass die in Deutschland verfügbaren Laborkapazitäten sogar noch weiter zunehmen werden.

Die DFL wird über das derzeit geplante Testvolumen hinaus für 500.000 Euro weitere Testkapazitäten zur Verfügung stellen. Diese sollen in Absprache mit dem Bundesgesundheitsministerium im Öffentlichen Gesundheitsdienst eingesetzt werden – zum Beispiel in Pflegeheimen. Sollte aus gleich welchen Gründen der Testbedarf der Clubs geringer ausfallen, werden die frei werdenden Kapazitäten ebenfalls dem Öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung gestellt.

In den Stadien soll zudem der Personalaufwand in den Bereichen Sport, allgemeine Organisation und Medien verbindlich auf ein Minimum reduziert werden. In der Bundesliga sind 98 Personen im Innenraum und 115 auf der Tribüne vorgesehen – also maximal 213 Personen im Stadion. Auf dem Außengelände sind, je nach Stadion, maximal 109 weitere Personen, unter anderem Ordnungskräfte, geplant. In der 2. Bundesliga sind im Innenraum 90 Personen sowie 98 auf der Tribüne vorgesehen – also höchstens 188 Personen im Stadion. Hinzu kommen maximal 82 Personen auf dem Außengelände.

Darüber hinaus hat das DFL-Präsidium einen ersten Beschluss zur teilweisen Verwendung des Solidarfonds gefasst, der durch die vier diesjährigen Champions-League-Teilnehmer FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer 04 Leverkusen bereitgestellt wurde. Demnach werden mit einer Summe von 7,5 Millionen Euro kurzfristig die 3. Liga sowie die Frauen-Bundesliga unterstützt. Dabei sind die 2. Mannschaften von Bundesliga-Clubs sowie deren Frauen-Teams ausgenommen. Das bedeutet: 19 Clubs der 3. Liga und 6 Vereine der Frauen-Bundesliga werden jeweils mit der gleichen Summe unterstützt. Die Zahlungen sind ausdrücklich an keine weiteren Bedingungen geknüpft.   

Die aktuelle Version des Konzeptes der „Task Force Sportmedizin / Sonderspielbetrieb“ finden Sie hier zum Download.