DFL bedauert ergebnisloses Orientierungsgespräch mit Bremer Innensenator

29.08.2017 - Das angekündigte Orientierungsgespräch zwischen der DFL Deutsche Fußball Liga und dem Bremer Innensenator zum Thema der Kostenerstattung von Polizei-Einsätzen bei Fußball-Spielen ist ergebnislos verlaufen. Obwohl das Verwaltungsgericht Bremen im Mai dieses Jahres den ersten Gebührenbescheid des Landes Bremen für rechtswidrig erklärt und aufgehoben hatte, hatte die DFL ein erneutes Dialog-Angebot auf Spitzenebene gemacht und dabei einen Vorschlag für eine Gemeinschaftsinitiative zur Reduzierung von Polizei-Einsatzstunden vorgestellt. Die DFL hatte sich dabei zur Finanzierung eines umfangreichen partnerschaftlichen Projektes unter Einbeziehung nationaler und internationaler Sicherheitsexperten bereit erklärt, um an zielführenden Lösungen im Sinne der Sache zu arbeiten. Der Bremer Innensenator hält dagegen daran fest, gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes in die Berufung zu gehen.

Die DFL hatte bereits zuvor stets darauf hingewiesen, dass eine bloße Umverteilung von Kosten nicht zu einer Reduzierung der Einsätze und damit auch nicht zu einer Entlastung der Polizistinnen und Polizisten führen kann. Die DFL plant nun, das Projekt auch ohne Beteiligung des Landes Bremen durchzuführen, und gegebenenfalls andere Bundesländer einzubeziehen. Inhaltlich soll die Initiative neben der Entwicklung von ligaweit anwendbaren Empfehlungen im präventiven und reaktiven Bereich vor allem Vorschläge für jeweils konkrete standortspezifische Verbesserungen (z.B. durch organisatorische, infrastrukturelle oder personelle Maßnahmen) hervorbringen.

„Die DFL bedauert, dass das Orientierungsgespräch ergebnislos verlaufen ist. Wir sind weiter daran interessiert, einen aktiven Beitrag zur Lösung von gesamtgesellschaftlichen Problemen zu leisten. Es bleibt aber dabei: Der Fußball ist nicht Verursacher von Gewalt. Von daher kommt eine Beteiligung an Polizeikosten nicht in Frage. Im Interesse aller Beteiligten sollte jedoch gemeinsam an einer Reduzierung von Polizei-Einsatzstunden gearbeitet werden, anstatt den langwierigen Rechtsweg zu beschreiten. Vor diesem Hintergrund wird die DFL ihren Vorschlag dennoch umsetzen und die Ergebnisse anschließend präsentieren", erklärt DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball.

„Der SV Werder Bremen hat den Vorschlag der DFL für eine Gemeinschaftsinitiative sehr begrüßt und unterstützt. Ziel muss es sein, gemeinsam partnerschaftliche Problemlösungen zu entwickeln. Da der SV Werder - auch nach den Ausführungen des Verwaltungsgerichtes - in jedem Fall Veranstalter des einzelnen Spiels ist, sehen wir uns in unserer ernsten Sorge bestätigt, dass am Ende des Tages doch unser Club in Anspruch genommen werden wird. Dies würde uns in wirtschaftlicher und auch in politischer Hinsicht erheblichen Schaden zufügen", erklärt Werder-Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald.