Bundesliga
17.11.2006 09:08

Die Sportwelt meint: Hände weg von Videopiraterie
Abpfiff für illegale Videoschnipsel
Einige Internetportale zeigen Videos, in denen rechtlich geschützte Spielbilder der Bundesliga zu sehen sind. Dagegen geht die DFL nun entschlossen vor.


Samstags, 15.30 Uhr: Anpfiff in der Bundesliga, Anpfiff für das nächste Fußball-Fest. Zehntausende Fans Woche für Woche in den Stadien und Millionen Zuschauer vor dem Fernseher.

Die ARD-Sportschau sahen zuletzt über sechs Millionen Fußball-Fans bundesweit. Darüber hinaus haben sich TV-Anstalten in 134 Ländern rund um den Globus die Übertragungsrechte für die höchste deutsche Spielklasse gesichert. Diese Zahlen belegen, dass die Bundesliga die Massen nicht nur in Deutschland elektrisiert. Doch neben TV-, Radio- und Internetübertragungen entwickelte sich zuletzt ein neuer - illegaler - Markt.

Illegale Inhalte auf Internetseiten

Verschiedene Internetplattformen bieten ihren Usern die Möglichkeit, eigene Videostreams zu präsentieren. Die Inhalte der Filmstreifen sind unterschiedlich. Neben privaten Spaßvideos kommt es dabei immer häufiger zu Verletzungen von Urheberrechten. So werden regelmäßig Ausschnitte von den Spielen der Bundesliga in den verschiedenen Videonetzwerken im Internet präsentiert. Auch Live-Übertragungen wurden bereits ermittelt.

Klare Urheberrechtsverstöße

Die Medienpartner der DFL und die 36 Clubs des Ligaverbandes sind die Leidtragenden. "Die DFL kann und wird nicht einfach zusehen, wie unser Inhalt missbräuchlich genutzt wird", sagte Tom Bender, DFL-Direktor Kommunikation und Promotion. Die DFL reagierte bereits und mahnte die Seiten, die unrechtmäßige Inhalte präsentieren, ab. Zudem wurde das Unternehmen NetResult beauftragt, Urheberrechtsverstöße zu verfolgen und abzumahnen.

Rückgang nach Abmahnung

Ein erster Erfolg wurde bereits verzeichnet. "Wir haben einen signifikanten Rückgang an illegalen Bildern von Bundesliga-Spielen verzeichnen können", so Jörg Daubitzer, DFL-Direktor Rechte und Lizenzvertrieb. Mit dieser Vorgehensweise steht die DFL nicht alleine.

Die englische Premier League forderte ein Internetunternehmen dazu auf, sämtliche Premier-League-Inhalte zu entfernen. "Wir haben ihnen geschrieben und darum gebeten, jedes Dokument aus dem Netz zu nehmen, das unser Eigentum oder jenes unserer Partner, die die exklusiven Rechte erworben haben, verletzt", sagte Premier-League-Sprecher Dan Johnson.

Medienkonzerne und Gema aktiv

Auch die US-Ligen NBA (National Basketball Association) und die NFL (National Football League) sind gegen Copyright-Verletzungen vorgegangen. Mit Erfolg: bei manch einem Portal wurden bereits sämtliche NBA-Inhalte entfernt. Auch tausende NFL-Videos sind nicht mehr abrufbar.

Neben den Sportligen wurden zudem Medienkonzerne wie Universal Music, Sony BMG oder Warner Music aktiv. Auch sie drohen mit rechtlichen Schritten. In Deutschland erwägt die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) Lizenzgebühren für urheberrechtliche Inhalte auf Webportalen einzufordern.

DFL tritt SROC bei

Die DFL hat sich inzwischen dem Bündnis Sport Rights Owner Coalition (SROC) angeschlossen. "Wir erhoffen uns durch einen intensiven Austausch mit Rechteinhabern, die der Problematik in gleicher Weise ausgesetzt sind, die effektivsten Vorgehensweisen gegen die Urheberrechtsverletzung auszuarbeiten", so DFL-Direktor Daubitzer.

Fatih Demireli

So können Sie die Bundesliga legal verfolgen