
Joshua Begehr ist der Weltmeister 2009 in der Fußballsimulation FIFA 09
Deutschland ist Fußball-Weltmeister 2009
Der beste deutsche Fußballer heißt nicht Michael Ballack, Mesut Özil oder Philipp Lahm. Er heißt Joshua Begehr und ist seit dem 15. November frisch gebackener Weltmeister: Der 21-Jährige hat das Endspiel der Fußballsimulation FIFA 09 von EA SPORTS bei den World Cyber Games in China gewonnen.
Über 15.000 Zuschauer sahen das Endspiel gegen Begehrs Landsmann Daniel Schellhase in der überfüllten Halle im chinesischen Chengdu. Asiatische Fernseh- und Internetsender übertrugen das dramatische Finale, das erst in der Verlängerung entschieden wurde, live.
"Profispieler trainieren täglich sechs bis zehn Stunden"
"Man kann sich hier in Deutschland kaum vorstellen, welche Bedeutung der E-Sport in Asien besitzt. Allein in Südkorea gibt es drei TV-Sender, die den ganzen Tag übertragen, hauptsächlich Strategiespiele. Manche Profispieler trainieren täglich sechs bis zehn Stunden und verdienen sechsstellige Gehälter", gibt Begehr einen erstaunlichen Einblick in die Welt des elektronischen Sports (E-Sports).
Insgesamt mehr als 100.000 Zuschauer verfolgten die World Cyber Games, die seit 2001 jährlich ausgetragen werden, an den fünf Wettkampftagen vor Ort in Chengdu; Millionen sahen außerdem im Fernsehen und Internet zu. Etwa 600 Profispieler aus 65 Ländern gingen in verschiedenen Computerspielen an den Start. Die World Cyber Games haben in ihrer Branche den gleichen Stellenwert wie Olympische Spiele und Weltmeisterschaften im realen Sport.
Südkorea fördert E-Sportler beim Militär
"Deutschland ist wie im wirklichen Fußball auch in den FIFA-Spielen traditionell stark. Meine Teamkollegen bei SK Gaming Dennis und Daniel Schellhase haben die World Cyber Games schon je zwei Mal gewonnen", sagt Begehr. Die stärkste Konkurrenz käme aber nicht aus Brasilien, sondern aus Asien und den osteuropäischen Ländern.
Begehr, der im 3. Semester Jura studiert, trainiert täglich etwa zwei bis drei Stunden. Nicht viel im Vergleich zu den Asiaten. In Südkorea unterstützt der Staat sogar seine E-Sportler, die zum Wehrdienst eingezogen werden. Für diese Rekruten gibt es eigene Kompanien, in denen sie weiter professionell trainieren können.
Mentale Stärke entscheidend
Wenn Begehr über Training und Wettkampf beim FIFA-Spiel spricht, fallen verblüffende Parallelen zum realen Fußball auf. Durch regelmäßiges Training werden Spielzüge automatisiert, ebenso Standardsituationen und Laufwege. Doch der entscheidende Unterschied zwischen den guten und den besten Spielern liege im mentalen Bereich.
"Lernen kann das Spiel jeder. Aber nichts ist wichtiger, als unter Druck ruhig und selbstbewusst zu spielen. Man muss weiter riskante Pässe spielen und Flanken schlagen, auch mal Ballverluste in Kauf nehmen. Wer nur Fehler vermeiden will, kann Spiele auf höchstem Niveau nicht gewinnen", erklärt Begehr, der diese Fähigkeiten als entscheidenden "Fünf-Prozent-Vorteil" bezeichnet.
Begehr ist HSV-Fan
Körperliche Fitness sei ebenfalls Voraussetzung, um die Konzentrationsfähigkeit über lange Zeit hoch halten zu können. Begehr bevorzugt die Kampfsportart Taekwondo. Als gebürtiger Kieler schlägt sein Herz für den Hamburger SV, mit dem er regelmäßig mitfiebert.
Fünf oder sechs Jahre will Begehr seinen E-Sport noch auf höchstem Niveau betreiben, ehe die Juristen-Laufbahn beginnen soll. Schon im nächsten Jahr locken die World Cyber Games in Los Angeles. Die Konkurrenz schläft bis dahin ganz sicherlich nicht und wird dem Titelverteidiger alles abverlangen:
"Die Asiaten mit ihren Möglichkeiten werden in FIFA immer besser. Aber auch in Deutschland gibt es eine große Community und gute junge Spieler. Nachwuchssorgen müssen wir uns wie im richtigen Fußball deshalb auch nicht machen."
Stefan Kusche
Der beste deutsche Fußballer heißt nicht Michael Ballack, Mesut Özil oder Philipp Lahm. Er heißt Joshua Begehr und ist seit dem 15. November frisch gebackener Weltmeister: Der 21-Jährige hat das Endspiel der Fußballsimulation FIFA 09 von EA SPORTS bei den World Cyber Games in China gewonnen.
Über 15.000 Zuschauer sahen das Endspiel gegen Begehrs Landsmann Daniel Schellhase in der überfüllten Halle im chinesischen Chengdu. Asiatische Fernseh- und Internetsender übertrugen das dramatische Finale, das erst in der Verlängerung entschieden wurde, live.
"Profispieler trainieren täglich sechs bis zehn Stunden"
"Man kann sich hier in Deutschland kaum vorstellen, welche Bedeutung der E-Sport in Asien besitzt. Allein in Südkorea gibt es drei TV-Sender, die den ganzen Tag übertragen, hauptsächlich Strategiespiele. Manche Profispieler trainieren täglich sechs bis zehn Stunden und verdienen sechsstellige Gehälter", gibt Begehr einen erstaunlichen Einblick in die Welt des elektronischen Sports (E-Sports).
Insgesamt mehr als 100.000 Zuschauer verfolgten die World Cyber Games, die seit 2001 jährlich ausgetragen werden, an den fünf Wettkampftagen vor Ort in Chengdu; Millionen sahen außerdem im Fernsehen und Internet zu. Etwa 600 Profispieler aus 65 Ländern gingen in verschiedenen Computerspielen an den Start. Die World Cyber Games haben in ihrer Branche den gleichen Stellenwert wie Olympische Spiele und Weltmeisterschaften im realen Sport.
Südkorea fördert E-Sportler beim Militär
"Deutschland ist wie im wirklichen Fußball auch in den FIFA-Spielen traditionell stark. Meine Teamkollegen bei SK Gaming Dennis und Daniel Schellhase haben die World Cyber Games schon je zwei Mal gewonnen", sagt Begehr. Die stärkste Konkurrenz käme aber nicht aus Brasilien, sondern aus Asien und den osteuropäischen Ländern.
Begehr, der im 3. Semester Jura studiert, trainiert täglich etwa zwei bis drei Stunden. Nicht viel im Vergleich zu den Asiaten. In Südkorea unterstützt der Staat sogar seine E-Sportler, die zum Wehrdienst eingezogen werden. Für diese Rekruten gibt es eigene Kompanien, in denen sie weiter professionell trainieren können.
Mentale Stärke entscheidend
Wenn Begehr über Training und Wettkampf beim FIFA-Spiel spricht, fallen verblüffende Parallelen zum realen Fußball auf. Durch regelmäßiges Training werden Spielzüge automatisiert, ebenso Standardsituationen und Laufwege. Doch der entscheidende Unterschied zwischen den guten und den besten Spielern liege im mentalen Bereich.
"Lernen kann das Spiel jeder. Aber nichts ist wichtiger, als unter Druck ruhig und selbstbewusst zu spielen. Man muss weiter riskante Pässe spielen und Flanken schlagen, auch mal Ballverluste in Kauf nehmen. Wer nur Fehler vermeiden will, kann Spiele auf höchstem Niveau nicht gewinnen", erklärt Begehr, der diese Fähigkeiten als entscheidenden "Fünf-Prozent-Vorteil" bezeichnet.
Begehr ist HSV-Fan
Körperliche Fitness sei ebenfalls Voraussetzung, um die Konzentrationsfähigkeit über lange Zeit hoch halten zu können. Begehr bevorzugt die Kampfsportart Taekwondo. Als gebürtiger Kieler schlägt sein Herz für den Hamburger SV, mit dem er regelmäßig mitfiebert.
Fünf oder sechs Jahre will Begehr seinen E-Sport noch auf höchstem Niveau betreiben, ehe die Juristen-Laufbahn beginnen soll. Schon im nächsten Jahr locken die World Cyber Games in Los Angeles. Die Konkurrenz schläft bis dahin ganz sicherlich nicht und wird dem Titelverteidiger alles abverlangen:
"Die Asiaten mit ihren Möglichkeiten werden in FIFA immer besser. Aber auch in Deutschland gibt es eine große Community und gute junge Spieler. Nachwuchssorgen müssen wir uns wie im richtigen Fußball deshalb auch nicht machen."
Stefan Kusche








